Lachen ist die beste Medizin!

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Lachen ist die beste Medizin!

Manchmal ist mir gar nicht nach Lachen zumute. Und gerade dann wäre Lachen nötig und täte gut. Jetzt gerade zum Beispiel. Ich habe an einer neuen Stelle angefangen und wir als Familie bekommen bald noch mal ein Baby. Ich fühle mich gefordert und zum Teil ein wenig überfordert. Wie wird das alles? Werde ich allen Rollen im Leben gerecht, die ich ausfüllen will? Als Ehemann, als Papa – und im Beruf?

Manchmal wäre ich gerne wie ein Clown

Dann könnte ich mir eine rote Nase überziehen und plötzlich auf „lustig“ umschalten. Es wäre schön, wenn man sich einfach so dafür entscheiden könnte, von Schwermütigkeit auf Leichtigkeit umzuschalten. Wenn ich, anstatt zu grübeln, plötzlich optimistisch, mutig und fröhlich wäre. Also nicht einfach nur gleichgültig über Dinge hinwegsehen und so tun, als ob es einem gut geht. Sondern ich würde mir wünschen, dass Humor und Leichtigkeit immer öfter Teil meines Lebens sind. Leider klappt das nicht. Oder doch? Kann ich mich denn einfach anstecken lassen vom Humor anderer? Hilft es denn, wenn ich meinen Blick auf das Fröhliche, auf das Ermutigende und Leichte richte? Ist es nicht zu oberflächlich, wenn ich die Schwermut einfach nur weglächeln will? Und gerade in diese etwas schwermütige Gefühlslage hinein meldet sich die Diakoniestation Stuttgart und fragt mich, ob ich nicht eine Kolumne über Humor schreiben könnte. „Kein Problem“, schreibe ich zurück. Schließlich habe ich mehrere Bücher mit humorvollen Geschichten geschrieben. Mir fällt da schon was ein…

Humorvolles findet sich überall

In meiner Jugend habe ich Geschichten von Ephraim Kishon geliebt. Ich habe wohl alle Bücher des israelischen Satirikers gelesen. Und wenn es mir mal nicht so gut geht, blättere ich in einem seiner Bücher und muss automatisch schmunzeln. Da geht es um seine beste Ehefrau von allen, um Jossele und Ingenieur Glick. Kishon nimmt die Bürokratie, moderne Einkaufszentren und das Familienleben aufs Korn. Je länger ich mich in seine Geschichten versenke, umso mehr entdecke ich mich selbst und muss über mich lachen. Eine ähnliche Wirkung hat es, wenn ich in meine Notizbücher schaue. Da stehen Anekdoten und Erlebnisse von früher. Szenen, in denen ich eine schusselige Bemerkung gemacht habe – oder Situationen, in denen es lustige Versprecher gab. Ein weiteres Beispiel ist die Zeitung. Ich habe einen Stapel alte Tageszeitungen, die in die Papiertonne wandern. In der Zeitung gibt es immer einige lustige Rubriken. Da ist die Witzseite. Dann die Seite „Lachend in die neue Woche“ – und die tägliche Anekdote unten rechts. Bevor ich den Stapel alte Zeitungen wegschmeiße, nehme ich immer eine Schere und schneide mir die humorvollen Geschichten raus. Man weiß ja nie, wann man mal eine lustige Idee braucht …

Lachen ist die beste Medizin!

Mein Blick fällt auf einige lustige Anekdoten

– Ein Lieferant brachte ein Paket in ein Labor. Dort ging er noch schnell zur Toilette. Die Laborantin dachte, er sei gegangen, ging in die Mittagspause – und schloss das Labor ab. Der Lieferant hatte jedoch sein Handy noch im Auto liegen. Und für das Telefon im Labor kannte er die notwendige Geheimnummer nicht. Er konnte also nichts anderes machen, als im Labor zu warten, bis die Mitarbeiter aus der Mittagspause zurückkamen.

– Eine Entenfamilie watschelt über die Autobahn – und legt den Verkehr für eine Stunde lahm!

– Ein frei laufender Hund wurde der Polizei gemeldet. Dieser führte sie auf die Spur zu seinem Besitzer. Doch es ist dumm gelaufen für den Besitzer – beim Zurückbringen des Hundes merkten die Polizisten, dass es beim Besitzer nach Marihuana roch, und sie fanden ein Marihuana-Gewächshaus.

– Einem Bauern war ein Stein im Weg, als er mit dem Traktor fahren wollte. Also hat er ihn um zwei Meter versetzt. Einige Wochen später bekam er Post von der Behörde. Erst da fiel ihm auf, was er gemacht hatte: Er hatte den Grenzstein versetzt und damit sein Grundstück vergrößert.

Humor und Lachen sind ansteckend

Während ich die Anekdoten herausschnipple, fällt mein Blick mal auf die eine und mal auf die andere Geschichte. Und ich merke: Manchmal muss man dem Humor und der Leichtigkeit einfach nur eine Chance geben, ins Leben einzuziehen. Zum Beispiel erinnere ich mich da an eine Begegnung mit Frau Hirsch. Frau Hirsch war schon zunehmend dement, konnte sich nicht mehr an ihren Namen erinnern und brachte die Tageszeiten durcheinander. Und auch die Worte verwechselte sie. Eines Tages wollte sie wohl sagen, dass sie durcheinander ist. Aber es fiel ihr das Wort nicht mehr ein. Also sagte sie: „Ich bin ganz vermischt heute.“ Und dabei musste sie so herzlich lachen, dass sie mich damit ansteckte.